Storytelling – mit Geschichten zu besserer User Experience

Unser Hirn ist darauf programmiert, Zusammenhänge herzustellen. Das hat eine sehr positive Seite: Wo immer eine Geschichte erzählt wird, hören Menschen zu. Jeder will einfach wissen, wie es weitergeht, hat man einmal angefangen. „Kommt ein Mann in die Bar und sagt…“ – fast jeden interessiert, wie es nun weitergeht. Die gefährliche Seite dabei für alle, […]

  • Regt zum Teilen an
  • Lässt sich leichter merken

Das Marketing hat das Geschichtenerzählen schon vor Jahren entdeckt, und so finden sich unter dem Schlagwort “Storytelling” viele Angebote, wie Unternehmen die “Geschichte” von sich und ihren Produkten erzählen sollen, die sie gerne erzählen. Und Unternehmensberater nutzen seit Jahren das Geschichtenerzählen, um die Mitarbeiter einzubinden und wichtige Informationen von ihnen zu erhalten.

Und natürlich erzählen Unternehmen wie RedBull Geschichten – die vom großen Abenteuer – oder auch Apple – die vom erfolgreichen Unternehmen, das nur an seine Nutzer denkt, die alle ganz individualistisch sind.

Auf www.apple.com/de/your-verse/ erzählt Apple Geschichten über Menschen, die ihre Geräte nutzen.

Erzählen mit Text

Das Erzählen mit Text muss man am wenigsten erklären, und es fällt vielen Menschen leicht. Im Web muss man aber auf den meisten Seiten lernen, in ganz kurzen Stücken zu erzählen.

Etwa mit wenigen Sätzen, die kurz sind und in Absätze gegliedert. Eben weil die meisten Seiten nicht gelesen werden, sondern nur überflogen.

Erzählen mit Facebook/Twitter

Auf Facebook und Twitter kann man auch gut Geschichten erzählen. Auf Facebook ist in einem einzelnen Beitrag ausreichend Platz für eine kurze Geschichte.

Aber man kann auch, und meist besser, mit mehreren Beiträgen eine Geschichte erzählen. Auf Twitter bietet sich das wegen der kurzen Beiträge sowieso an.

Erzählen mit E-Mails

Auch eine Abfolge von E-Mails erzählt eine Geschichte. Der Vorteil ist, dass Sie damit die Empfänger neugierig auf die nächste Mail machen und generell viel besser im Gedächtnis bleiben mit Ihrer Geschichte. 

Erzählen mit gesprochenem Text

Gesprochener Text ist die älteste Form des Erzählens, die auch heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Das zeigen Hörbücher, Podcasts und auch Lieder, die immer auch eine Geschichte erzählen.

Erzählen mit Video

Die Bandbreite des Erzählens mit Video ist riesig: Das reicht von mehrstündigen Kinofilmen über Produktvideos bis hin zu Werbeclips.

Fürs Web wichtig sind die Filme, in denen Sie Produkte vorstellen. Diese erzählen im Idealfall eine spannende Geschichte. Selbst Screencasts, die z.B. eine Software zeigen, sollten eine durchdachte Dramaturgie haben.

Interessant ist auch der Dienst Vine https://vine.co. Einige schaffen es, in den hier maximal sechs Sekunden langen Videos eine Geschichte zu erzählen.

Wer eine Botschaft hat, dringt meist besser durch, wenn er diese in eine Geschichte packt. Videoclip der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zum Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz.

Erzählen mit Medien-Mix

In fast allen Fällen erzählt es sich am besten mit einem Mix aus Medien, vor allem im Web.

So kann man die Aufmerksamkeit mit guten Fotos oder Abbildungen gewinnen, wichtige Informationen per Text übermitteln und Emotionen mit Audio oder Video wecken.

Die hohe Kunst ist, das dann nicht nur auf der Website zu tun, sondern über die verschiedenen Medien hinweg – unter dem Schlagwort Cross-Media versuchen sich hieran nicht nur Unternehmen und Werber, sondern auch Fernsehsender, Filmproduzenten und auch Hersteller von Computerspielen.

Infografiken erzählen ihre Geschichte von oben nach unten in einer Kombination aus Text und Bild. (Hier zum Thema “Transmedia Storytelling” von Getty Images.)

In The Story of Send zeigt Google mit einer interaktiven animierten Grafik, welchen Weg eine E-Mail nimmt, nachdem man den “Abschicken”-Button geklickt hat.

Plattformen wie Longreads, Atavist oder hier Storehouse wollen den Journalismus ins digitale Zeitalter führen.

Die New York Times erzählt z.B. mit “Snow Fall” oder hier The Russia Left Behind immer wieder aufwendig aufbereitete interaktive Geschichten.

Praxistipps: Erzählen mit Menüs, Buttons und Inhalten

Nach diesem Ausflug in die aufregende Welt des Storytellings im Großen zurück zu dem, was wir auf unseren Websites tun können, um die Macht der Geschichten zu nutzen.

1) Sehen Sie Ihre Site(s) mit dem Auge des Geschichtenerzählers an.
Welche Geschichte erzählt Ihr Menü? Welche die Abfolge der Inhaltselemente auf der Seite? Welche die Abfolge der Seiten in der Informations-Architektur?

2) Überlegen Sie, wie Sie die Anordnung verbessern können, um Geschichten mit positivem Ausgang zu erzählen.

3) Ordnen Sie die Bilder auf den wichtigsten Seiten so an, dass sie eine Geschichte erzählen. Das ist vor allem wichtig, weil Websites meist nur überflogen werden. Die Geschichte funktioniert also idealerweise selbst dann, wenn man nur die Bilder ansieht. Sie können auch die Bildunterschriften nutzen, um Ihre Geschichte zu erzählen.

4) Planen Sie, welche Medien Sie noch nutzen können, um bessere Geschichten zu erzählen. Fotos? Illustrationen? Comics? Videos? Hörstücke?

 

Was meinen Sie? Welche Techniken sprechen Sie an? Haben Sie schon einmal bewusst über die Geschichten nachgedacht, die Sie erzählen wollen auf Ihrer Site?

Original gefunden auf http://www.usabilityblog.de
: Storytelling – mit Geschichten zu besserer User Experience

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