Milliardendeal bereitet Sorgen – Facebook und WhatsApp: Datenschützer auf den Barrikaden

Mehr als 450 Millionen Menschen
nutzen WhatsApp. Entsprechend groß war die Aufregung als Facebook die Übernahme des Kurznachrichtendienstes bekannt gab. Die Alarmglocken der Datenschützern schrillen.Von FOCUS-Online-Redakteurin Marion Lenke

Teilen und Detailsdpa/Arno BurgiDie junge Firma Whatsapp mit 450 Millionen Kunden ausgerechnet wird von der „Datenkrake“ Facebook gekauft.

Mehr als 450 Millionen Menschennutzen WhatsApp. Entsprechend groß war die Aufregung als Facebook die Übernahme des Kurznachrichtendienstes bekannt gab. Die Alarmglocken der Datenschützern schrillen.

Mehr als 450 Millionen Menschennutzen WhatsApp. Entsprechend groß war die Aufregung als Facebook die Übernahme des Kurznachrichtendienstes bekannt gab. Die Alarmglocken der Datenschützern schrillen.

19 Milliarden Dollar hat der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg für den Kurznachrichtendienst WhatsApp hingeblättert. Eine enorme Summe, die Nutzer der App nun um ihre Privatsphäre fürchten lässt. Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar schätzt, dass die „Kapitalisierung über die personenbezogenen Daten der Nutzer erfolgen muss“.

Mit der WhatsApp-Anmeldung erlaubt der User den Programmbetreibern den Zugriff auf seine Telefonnummer und das im Smartphone gespeicherte Adressbuch. Außerdem speichern die Unternehmen gesendete und empfangene Nachrichten bis zu 30 Tage auf den Unternehmensservern gespeichert. „Wir gehen davon aus, dass diese Daten auch mit den Facebook-Daten verknüpft werden“, erklärte Boris Wita von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein gegenüber dem NDR. Sicher ist, dass ein einziges Unternehmen bald die Metadaten von zwei der weltweit größten Kommunikationsprogramme verwaltet wird. „Die Daten, die bei WhatsApp drin sind, sind jetzt bei Facebook – und das wollen wir ja alle nicht, sondern wir wollen auch noch ein bisschen Privatsphäre haben“, fasste die saarländische Landesdatenschutzbeauftragte Judith Thieser im Magazin?„mag’s“?im SR-Fernsehen zusammen. „Wir sagen heute den Leuten ganz klar: Ihr müsst euch einen neuen Messenger suchen!“

WhatsApp und Facebook selbst beteuern, dass die Übernahme keine Konsequenzen für ihre User haben wird. „WhatsApp wird weiterhin unabhängig von Facebook betrieben. In den nächsten Jahren werden wir hart arbeiten, um dabei zu helfen, dass WhatsApp wächst und die ganze Welt miteinander verbindet“, erklärte Mark Zuckerberg. Einen ähnlichen Weg ist Facebook mit dem Bilderdienst Instagram bereits gegangen. Der Service ist nach wie vor eine eigenständige App, die mit Hilfe des Facebook-Entwicklerteams gepflegt wird. Ihre Fühler streckte die Datenkrake aber dennoch aus: Kurz nach der Fusion aktualisierten sie Instagrams Nutzungsbedingungen. Damit durfte der Dienst Nutzerinhalte und andere Informationen, beispielsweise Ortsdaten, mit Facebook zu teilen.

 „Man weiß gar nicht so recht, wer steckt dahinter“

Dennoch könnte die Übernahme von WhatsApp im Bereich Datenschutz auch positive Auswirkungen mit sich bringen und mehr Transparenz in die derzeit recht schwammigen und nur in englischer Sprache verfügbaren Datenschutzbestimmungen von WhatsApp bringen. „Das ist ab 16. Das wissen wahrscheinlich die wenigsten“, erklärt der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar. Dem für Telemedien zuständigen Referatsleiter Ulrich Kühn bereitet vor allem der Mangel an Ansprechpartnern bei dem Kurznachrichtendienst Sorgen: „Man weiß gar nicht so recht, wer steckt dahinter? Wo sitzen die? Wie kann man die erreichen?“ Ob WhatsApp in diesem Bereich einen großen Schritt nach vorne macht, ist allerdings noch fraglich. „Ich finde es schon bemerkenswert, dass der datenschutzrechtlich Einäugige den datenschutzrechtlich Blinden über die Straße ziehen soll. Ob sich das so einlösen wird, werden wir sehen“, zweifelt Kühn.

Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar: Thomson ReutersBeliebte SMS-Alternative: Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar

Original gefunden auf focus.de: Milliardendeal bereitet Sorgen – Facebook und WhatsApp: Datenschützer auf den Barrikaden

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s