Internet per Drohne – Facebooks verbissener Kampf um fünf Milliarden Menschen

Der Kampf um die Entwicklungsländer ist in vollem Gange: Über Drohnen will Facebook fünf Milliarden Menschen erst in das Internet und anschließend zu dem sozialen Netzwerk bringen. Doch Google droht Facebooks Plänen zuvorzukommen.Von FOCUS-Online-Autor Constantin von Harsdorf

Teilen und DetailsREUTERSMark Zuckerberg kämpft um fünf Milliarden Menschen

Der Kampf um die Entwicklungsländer ist in vollem Gange: Über Drohnen will Facebook fünf Milliarden Menschen erst in das Internet und anschließend zu dem sozialen Netzwerk bringen. Doch Google droht Facebooks Plänen zuvorzukommen.

Heruntergerechnet ist jeder siebte Mensch auf der Welt bei Facebook registriert. Das ist eine gigantische Zahl für ein soziales Netzwerk. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass es eine ganze Menge Menschen gibt, die noch nicht bei Facebook sind. Das ist teilweise eine ganz bewusste Entscheidung, schließlich liefert das soziale Netzwerk regelmäßig selbst Argumente, sich keinesfalls dort anzumelden. Für zwei Drittel der Weltbevölkerung stellt sich diese Frage jedoch erst gar nicht: Sie besitzen keinen Zugang zum World Wide Web. Mark Zuckerberg will das ändern. Doch wie bringt man fünf Milliarden Menschen in das Internet? Oder besser: Wie bringt man fünf Milliarden Menschen zu Facebook?

Bereits letztes Jahr gründete Mark Zuckerberg  zusammen mit großen Elektronikherstellern die „Internet.org“-Initiative. Das Projekt hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Netz in die Entwicklungs- und Schwellenländer zu bringen, hauptsächlich nach Asien und Afrika. Neben Facebook sind unter anderem Samsung, Nokia, Ericsson und Chiphersteller Qualcomm an der mächtigen Allianz beteiligt. „Internet.org“ soll einen kostenlosen Zugang zu wichtigen Online-Diensten wie etwa Wikipedia ermöglichen – aber eben auch zu Facebook. Die unerschlossenen Märkte sollen dem sozialen Netzwerk neuen Auftrieb geben.

Internetzugang per Drohne

Dazu braucht es die nötige Technik – und genau auf diesem Gebiet scheint Facebook nun konkrete Schritte einzuleiten. Das soziale Netzwerk soll sich in Verhandlungen zur Übernahme von Titan Aerospace befinden, einem Hersteller solarbetriebener Drohnen, wie der Technik-Blog "techcrunch.com" berichtet. Der Preis soll demnach bei 60 Millionen US-Dollar liegen. Ein Schnäppchen, verglichen mit dem WhatsApp-Kauf für 19 Milliarden US-Dollar.

Die unbemannten Fluggeräte namens  Solara übernehmen in der Atmosphäre Aufgaben, die sonst Satelliten verrichten: Wetter- und Erdbeobachtung, aber eben auch Kommunikationsübertragung. Die Drohnen können dazu fünf Jahre ununterbrochen in der Luft bleiben und sind in Höhen bis zu 20 Kilometern unterwegs. Erst im letzten Jahr hatte Titan Aerospace die Drohne Solara 50 offiziell vorgestellt: Sie wird über Solarzellen auf den Flügeln betrieben und hat eine beachtliche Reichweite von vier Millionen Kilometern. Durch ihre besonderen Eigenschaften eignen sich die Flugkörper ideal für die Internetverbreitung, die Zuckerberg zunächst vor allem in Afrika anstrebt. Facebook plant daher 11 000 speziell angepasster Solara-Drohnen zu entwickeln, wie "techcrunch.com" weiter berichtet.

 

Original gefunden auf focus.de: Internet per Drohne – Facebooks verbissener Kampf um fünf Milliarden Menschen

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