Pollen im Anflug – Was Heuschnupfen-Geplagte jetzt wissen müssen

Die überaus milde Witterung der letzten Wochen hat für einen frühzeitigen Hasel- und Erlenpollenflug gesorgt. FOCUS-Online-Expertin Sonja Lämmel verrät, was gegen Niesattacken und tränende Augen hilft – und stellt ein neues Pollen-Meldesystem vor.

Von FOCUS-Online-Expertin Sonja Lämmel

  • Aus jedem dritten Heuschnupfen kann sich ein ganzjähriges, allergisches Asthma entwickeln.
  • Circa 60 Prozent der Betroffenen haben eine Kreuzallergie und vertragen kein frisches Kern- und Steinobst.
  • Durch die Klimaerwärmung kommt es zu längeren Pollenflugzeiten.
  • Die Allergenbelastung kann nach einem starken Gewitter besonders hoch sein. Die Pollen werden zu Boden gedrückt und die Allergieauslöser regelrecht herausgeschlagen.
  • Hohe Ozonwerte können den Allergengehalt und auch die Allergenität von Pflanzen erhöhen.
  • Pollen können bis zu fünf Stunden an der Augenoberfläche haften bleiben und so zu massiven Beschwerden am Auge führen. Eine Augenspülung kann Abhilfe schaffen.
  • Kontaktlinsenträger können unter verstärkten allergischen Beschwerden am Auge leiden, wenn die Pollen sich unter die Linsen setzen und so länger im Auge bleiben. Hier hilft nur der Umstieg auf die Brille.
  • Starke Pollenbelastung während der Schwangerschaft kann das Risiko für frühes Asthma des Kindes beeinflussen.
  • Das Riechvermögen bei einer Pollenallergie ist häufig stark beeinträchtigt.
  • Heuschnupfen-Beschwerden beeinflussen oftmals den nächtlichen Schlaf und beeinträchtigen die Betroffenen tagsüber in Beruf und Freizeit. Speziell Schulkinder leiden tagsüber unter Unkonzentriertheit durch Schlafmangel.
  • Der Pollenflug kann auch andere Allergien verstärken. So kann bei Nahrungsmittel-Allergien die Pollenbelastung als Verstärker (Trigger) wirken.
  • Eine Pollenallergie kann auch Hautbeschwerden auslösen, etwa einen Neurodermitisschub.
  • Im Ausland fliegen zwar andere Pollen, aber es gibt Verwandtschaften zu den heimischen Pflanzen, so dass auch auf Reisen Beschwerden auftreten können.
  • Der Pollenfilter im Auto sollte einmal jährlich gewechselt werden. Dabei sollte die Pollenfilterumgebung (Filterbox) und am besten auch die Klimaanlage gleich mit gereinigt werden. Achten Sie dabei auf Verfahren, die Ihre Gesundheit nicht zusätzlich mit Schadstoffen belasten und auf Duftstoffe verzichten.

Was hilft?

Schnelle Hilfe gegen Heuschnupfensymptome bringen antiallergische Präparate. Die ursächliche Bekämpfung der Pollenallergie erfolgt durch die Allergieimpfung, auch „Hyposensibilisierung“ genannt. Die Erfolgsquote liegt bei rund 80 Prozent. Bei dieser Allergieimpfung werden dem Heuschnupfen-Patienten mit Beginn der pollenfreien Zeit die Pollenbestandteile, auf die er sonst reagiert, in sehr geringen Dosen gespritzt, um seinen Körper an diese Allergene zu gewöhnen und ihn so auf Dauer dagegen unempfindlich zu machen.

Großmutters Tipp: die Nase spülen

Ein alt bewährter Tipp erlebt als Linderung für Heuschnupfengeplagte derzeit eine Renaissance: die Nasendusche. Mit diesem Gerät können Betroffene die Gänge der Nasenhöhle täglich mit Wasser und Sole spülen. Dies transportiert Pollen und Schmutzpartikel einfach hinaus. Die Struktur und Funktion der Nasenschleimhaut normalisiert sich wieder, was auch vorbeugend wirkt.

Heuschnupfen-Meldesystem des DAAB

Viele Betroffene verlassen sich in ihrer Alltagsplanung auf Pollenflugvorhersagen. Es gibt zurzeit jedoch keine flächendeckenden Messungen, und auch die Pollenkonzentration kann regional stark schwanken. Um die Vorhersage der Pollenbelastung weiter zu verbessern, ist es daher sinnvoll, die aktuellen Beschwerden der Patienten miteinzubeziehen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) bittet daher Heuschnupfengeplagte um ihre Mithilfe. Die Beschwerdemeldungen der Patienten sollen helfen, Hinweise zur Pollenbelastung zu verbessern. Damit soll ein Orientierungssystem für Pollenallergiker entstehen, dass durch sie selbst aktiv mitgestaltet wird. Meldungen über die individuellen Heuschnupfen-Beschwerden können Betroffenen über www.pollentrend.de  eingeben.

Zur Person:Sonja Lämmel arbeitet seit 1999 als Diplom-Oecotrophologin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund in Mönchengladbach. Dort ist sie in der individuellen Beratung und in der Öffentlichkeitsarbeit tätig und entwickelt Vorträge und Schulungsmaterialien. Der  DAAB ist die älteste und mit rund 20 000 Mitgliedern größte Patientenorganisation im Bereich Allergien, Asthma/COPD, Neurodermitis und Urtikaria. Zudem betreut Sonja Lämmel das Internetforum Lebensmittelallergie für den aid Infodienst in Bonn.

Original gefunden auf focus.de: Pollen im Anflug – Was Heuschnupfen-Geplagte jetzt wissen müssen

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s