DLD 2014 – Training für Herz und Geist – Mitgefühl statt Angst und Stress: Wie Meditation unsere Gesellschaft verändern könnte

Einsamkeit, Stress, Burnout: Seit Jahrzehnten nehmen psychische Belastungen in unserer Gesellschaft zu. Meditation könnte vielen Menschen helfen. Was sie bewirkt, untersucht die Forscherin Tania Singer in einer groß angelegten Studie.

Von FOCUS-Online-Autor Harald Wiederschein

Teilen und DetailsDLD/Hubert Burda

Einsamkeit, Stress, Burnout: Seit Jahrzehnten nehmen psychische Belastungen in unserer Gesellschaft zu. Meditation könnte vielen Menschen helfen. Was sie bewirkt, untersucht die Forscherin Tania Singer in einer groß angelegten Studie.

Wer meditiert, trainiert. Nicht seinen Körper, wie ein Sportler. Sondern seinen Geist, seine Wahrnehmung und Emotionen. Die Auswirkungen erscheinen teilweise verblüffend: Bisherige Studien haben gezeigt, dass regelmäßiges Meditieren nicht nur das Lebensgefühl verbessern und die Aufmerksamkeit steigern, sondern auch das Immunsystem stärken, den Blutdruck senken und das Schmerzempfinden verringern kann.

Dabei ist Meditation keineswegs gleich Meditation. „Es gibt sehr unterschiedliche Formen von mentalem Training“, sagt die Neurowissenschaftlerin Tania Singer, Direktorin am Max-Plank-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. „Manche zielen zum Beispiel darauf ab, die Achtsamkeit zu steigern, andere hingegen, das Mitgefühl zu stärken.“

Eine der größten Studien zum Thema Meditation weltweit

Vor allem um das "Mitgefühl" geht es Singer in dem von ihr geleiteten Projekt „ReSource“das sie auf dem DLDin München vorstellt. Wobei sie den deutschen Begriff nach eigener Aussage nicht besonders schätzt. „Ich finde das englische Wort ‚compassion‘ treffender, denn es meint eine fürsorgliche, wohlwollende Haltung sich selbst und anderen gegenüber, wie sie etwa eine Mutter gegenüber ihrem Kind hat“, erläutert die Forscherin. Bloßes Mitleiden oder Empathie hingegen sei etwas grundlegend anderes und führe nur dazu, dass der Betreffende gestresst werde und mental ausbrenne.

Zwei Gruppen von je 80 Probanden nehmen derzeit an dem ReSource-Projekt teil – eine der größten Studien dieser Art weltweit. Sie haben sich dazu bereit erklärt, täglich eine halbe Stunde zu meditieren, an wöchentlichen Gruppensitzungen teilzunehmen und sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Gehirnscans, Hormonmessungen und psychologische Experimente sollen Aufschluss darüber geben, was sich bei den Teilnehmern im Laufe des Projekts verändert hat. Mehr als acht Monate hat die erste Gruppe bereits hinter sich, die zweite gut ein halbes Jahr. „Trotz dieser langen Dauer ist bislang kaum jemand abgesprungen, was allein schon einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde wert wäre“, freut sich Singer.

 

Original gefunden auf focus.de: DLD 2014 – Training für Herz und Geist – Mitgefühl statt Angst und Stress: Wie Meditation unsere Gesellschaft verändern könnte

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