Sicherheitskonferenz: Nachholbedarf bei der Logistik

Syrien, die Ukraine und ein Mehr an deutscher Verantwortung in der Sicherheitspolitik waren die Themen auf der Sicherheitskonferenz. Doch auch die Logistikwirtschaft war Gegenstand zahlreicher Diskussionen am Rande der Konferenz. Allein manchen Referenten fehlte der Blick für die Branche und ganz neu waren die Erkenntnisse nicht.

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DruckenIm Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz diskutierten Teilnehmer auch über die Supply Chains und Logistik. (Bild: Sicherheitskonferenz)

Syrien, die Ukraine und ein Mehr an deutscher Verantwortung in der Sicherheitspolitik waren die Themen auf der Sicherheitskonferenz. Doch auch die Logistikwirtschaft war Gegenstand zahlreicher Diskussionen am Rande der Konferenz. Allein manchen Referenten fehlte der Blick für die Branche und ganz neu waren die Erkenntnisse nicht.

Der BDI-Präsident Ulrich Grillo unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der Logistikwirtschaft, musste aber gleichzeitig zugeben: „Die Größe der Branche hat mich überrascht.“ Neun Mio. Jobs seinen in Deutschland abhängig von funktionierenden Wertschöpfungsketten und intelligenten Prozessen. Grillo forderte von der Politik die Sicherung der wichtigen Logistikketten und bot eine Kooperation zwischen Industrie und Politik in Sicherheitsfragen an. Der BDI-Chef warnte nicht nur vor Terrorismus in den Supply Chains, sondern auch vor der organisierten Kriminalität. Gleichzeitig mahnte er mehr Investitionen in Sicherheit an. Man brauche allerdings keine neue Vorschriften, sondern vielmehr internationale Harmonisierungen.

Mehr Bestand als neuer Trend?

Alfred Gaffal, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, sprach von einer „neuen Dimension“ von Gefahren in den Supply Chains und brachte den Vorschlag auf den Tisch: „Vielleicht müssen wir wieder über größere Warenbestände nachdenken.“ Auch der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der in München seine erste Rede nach dem Rücktritt hielt, forderte den Mittelstand zum Handeln auf. Der selbsternannte Cybersecurity-Experte macht in Europa einen Mangel an Sensibilität für das Thema aus – trotz NSA. Im Gegensatz zu Asien und Südamerika hinke man weit hinterher, so Guttenberg. Er erteilte in diesem Zusammenhang auch einem europäischen Internet eine klare Absage. Dieses sorge für Ineffizienz, Protektionismus und verursache zu hohe Kosten. Er bezeichnete die Pläne als „Balkanisierung des Internets.“ Guttenberg forderte stattdessen mehr Investitionen von der EU in Sicherheitsprojekte, klare Zuständigkeiten und empfahl jedem Unternehmen: „Stellen Sie einen Hacker ein“.

Auch die Supply Chains seien von Cyberkriminellen gefährdet, so der Sicherheitsberater. „Angriffe auf die Wertschöpfungsketten Ihres Wettbewerbers sorgen auch bei Ihnen für Schwierigkeiten“, machte Guttenberg deutlich. Der Austausch zwischen den Partnern sei deshalb umso wichtiger. Wer allerdings aus Angst vor Hackern in die Cloud flüchte, dem gab Guttenberg den Ratschlag mit auf den Weg: „Die Cloud macht nicht sicherer“. Wichtig sei es, die Cybersecurity nicht nach Unten zu delegieren, sondern als CEO sich dem Thema anzunehmen. Gleichzeitig richtete er sein Appell vor allem an den Mittelstand, denn „wenn die großen Unternehmen aufrüsten, rücken die kleinen Zulieferer in das Visier der Angreifer.“

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Original gefunden auf http://www.mm-logistik.vogel.de: Sicherheitskonferenz: Nachholbedarf bei der Logistik

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