Apple: Massenklage wegen eBook-Preisabsprache

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters haben die EU-Kartellbehörden jetzt einen Kompromissvorschlag akzeptiert, der dem Streit zwischen Amazon und einer Gruppe von Buchverlagen in Allianz mit Apple ein Ende setzen würde.






Auf Amazon günstiger als im iTunes Book Store sollen eBooks künftig sein dürfen.

Nachdem Apple letztes Jahr wegen der illegaler Absprache mit Verlagen bei der Preisgestaltung von eBooks vom Kartellgericht verurteilt wurde, folgt nun eine zivile Massenklage. Ein Anwalt, der eBook-Kunden aus 33 US-Bundesstaaten vertritt, hat Ansprüche in Höhe von 840 Millionen Dollar für seine Mandanten angemeldet.

Auf die Zahl von 840 Millionen kommt der Anwalt über eine Hochrechnung, die ein Apple-Zeuge während des Prozesses im letzten Jahr vor Gericht präsentiert hatte. Apple habe bei einem Preis von 12,99 Dollar pro eBook im iTunes Store statt der durchschnittlichen 9,99 Dollar insgesamt 231 Millionen zu viel verdient. Ein Wirtschaftswissenschaftler der Universität Stanford kommt sogar auf 280 Millionen. Der Anwalt will nun das Dreifache dieser Zahl als Entschädigungssumme für seine Mandanten, damit nach Abzug aller Unkosten tatsächlich bei ihnen etwas ankomme.
Unterschiedliche Geschäftsmodelle

Apple wurde in diesem Verfahren verurteilt, weil es Verträge mit den Verlagen abgeschlossen hatte, nach denen die Preise für die eBooks fest waren. Bei allen anderen Händlern, wie beispielsweise Amazon, variieren sie in der Regel. Apple und Amazon verfolgen als Online-Händler jedoch unterschiedliche Geschäftsmodelle. Während Amazon Waren (und auch eBooks) bei ihren Herstellern zu einem bestimmten Preis einkauft und die Endpreise für die Kunden nach Belieben variiert, lässt Apple für Musik und Bücher die Verlage die Endpreise bestimmen und kassiert davon eine Provision von pauschal 30 Prozent.

Die Wettbewerbsbehörde hatte in dieser Sache eine Kartelluntersuchung angeordnet, weil die Vereinbarung zwischen Apple und den Verlagen über die Festsetzung der eBook-Preise auch vorsah, dass die Verlage anderen Online-Buchhändlern es nicht erlauben würden, diese Preise zu unterbieten. Gegenüber dieser Art von Preisabsprachen reagiert die EU-Behörde allerdings meistens empfindlich. In den USA wurde in einem ähnlichen Verfahren Amazon die Bedingung auferlegt, eBooks nicht unter dem Einkaufspreis zu verkaufen. (mo)

Original gefunden auf business.chip.de Online Businessnews: Apple: Massenklage wegen eBook-Preisabsprache

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